Von außen sieht man nicht so viel, aber innen ist schon einiges passiert: 1. Beigeordneter Wolf-gang Lindenmeyer, Architekt Michael Bogedan, Bauleiter Rudolf Schmidt, Projektsteuerer Matthias Losacker, Caritas-Geschäftsführer Max Prümm, Abteilungsleiter Seniorendienste Oth-mar Hicking und Bürgermeister Horst Kaiser (v. li. n. re.) bei der Begehung des St. Josefshauses.Foto: V. Klum
Im Frühjahr vergangenen Jahres begannen die umfassenden Sanierungsarbeiten im Caritas-Altenzentrum St. Josefshaus in Elz; am 1. Oktober 2022 wird die Einrichtung mit einem neuen Konzept wiedereröffnet. Bei einer Begehung des Hauses mit dem Elzer Bürgermeister Horst Kaiser und dem 1. Beigeordneten Wolfgang Lindenmeyer stellte der Caritasverband für den Bezirk Limburg die Baufortschritte und weiteren geplanten Schritte vor.
"Für den Bezirkscaritasverband ist das Projekt ein Meilenstein", so Caritas-Geschäftsführer Max Prümm, denn er investiere über acht Millionen Euro in die Sanierung und Neueinrichtung des Hauses. Die Sanierungsarbeiten, die vom Generalunternehmer, der Bauunternehmung Albert Weil AG, ausgeführt werden, seien kostentechnisch im Griff, auch dank der kompetenten Begleitung des Projektsteuerers Matthias Losacker und des Architekturbüros Andre und Erich Kramm. Auch die Bauzeit befinde sich im Soll. Architekt Michael Bogedan vom Architekturbüro Andre und Erich Kramm berichtete, dass die Haustechnik der Einrichtung komplett saniert und das Rohrnetz erneuert werde, so dass hier bald alles auf dem neuesten Stand sei. Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit werde durch verschiedene Maßnahmen wie der Einbau von LED-Lampen oder der Austausch von Fensterdichtungen auch energetisch eine Verbesserung aller Bereiche erreicht. Die besondere und herzliche Atmosphäre des Hauses bleibe auf jeden Fall bestehen.
Ein Musterzimmer ist schon fertig und vermittelt erste Eindrücke.Foto: V. Klum
Mit Eröffnung wird das Haus 77 vollstationäre Pflegeplätze bieten, darunter 16 im beschützenden Bereich für dementiell veränderte Personen und neun Plätze in der so genannten "Jungen Pflege". Dieses Angebot ist einzigartig im Landkreis und wendet sich an Menschen unter 60 Jahren, die zum Beispiel aufgrund eines schweren Unfalls auf Pflege angewiesen sind, aber andere Interessen und Bedürfnisse haben als Senioren. Acht "Komfortzimmer" im Bereich der vollstationären Pflege machen es möglich, dass zum Beispiel ein Ehepaar in zwei eigenen, aber miteinander verbundenen Zimmern wohnt. Betreutes Wohnen wird nicht mehr angeboten, im Gegenzug stehen aber mehr vollstationäre Plätze zur Verfügung, um dem wachsenden Bedarf zu begegnen.
Abteilungsleiter Othmar Hicking stellt das neue Konzept des Hauses vor.Foto: V. Klum
"Ein Arbeitstitel für unser Konzept war ‚Haus der Begegnung‘", so der Abteilungsleiter der Caritas-Seniorendienste, Othmar Hicking. "Das St. Josefshaus war bislang gut integriert im Ort und das wollen wir noch weiterentwickeln." Konkret heißt das, dass nicht nur die Angehörigen als Besucher willkommen sind, sondern auch Elzer Bürger, Vereine und Gruppen. Für Veranstaltungen, Kurse, Vorträge oder anderes steht ein großer Multifunktionsraum im Dachgeschoss mit über hundert Quadratmetern Fläche zur Verfügung.
Hier entsteht ein Wohn- Essbereich. In den großzügigen Gemeinschaftsräumen werden nicht nur die Mahlzeiten eigenommen, hier gibt es auch die Möglichkeit für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten.Foto: V. Klum
Begegnung spielt aber auch eine große Rolle in der Gestaltung der Wohnbereiche. Neben den Zimmern, die selbstverständlich privat sind, bietet in jedem Geschoss eine zentrale Küche mit Essbereich die Möglichkeit zum Zusammensein, auch über die Mahlzeiten hinaus. Das Ziel ist es, viele Bereiche anzubieten, wo gemeinsames Leben möglich ist. Für dementiell Erkrankte stehen ein kleiner Garten und ein Innenhof zur Verfügung. Die Flure verlaufen in Form einer Acht, so dass die Bewohner, die erfahrungsgemäß gerne in Bewegung sind, keine Grenzen verspüren und trotzdem im beschützenden Bereich bleiben.
Der zukünftige Hausleiter Andre Antweiler und Stefan Hummrich, der Zentrale Ansprechpartner für die Heimaufnahme, freuen sich auf die Wiedereröffnung.Foto: V. Klum
Wenn das St. Josefshaus am 1. Oktober wieder öffnet, wird Andre Antweiler neuer Hausleiter. Er löst damit Christoph Höhn ab, der im Juli 2021 die Haus- und Pflegedienstleitung des Hauses Anna Elisabeth in Waldbrunn-Hausen übernommen hatte. Das St. Josefshaus ist kein neuer Arbeitsplatz für Andre Antweiler, denn er hat hier von 2003 bis 2006 seine Ausbildung zum Altenpfleger gemacht. 2015 absolvierte er eine Fortbildung für Pflegemanagement und Pflegedienstleitung, später noch eine Weiterbildung im Management sozialer Einrichtungen. Seit 2017 ist er als Haus- und Pflegedienstleiter für das Altenheim Heppelstift in Limburg verantwortlich, das zeitgleich zur Wiedereröffnung des St. Josefshauses als Einrichtung für Senioren geschlossen wird.
Der Caritasverband sucht zur Eröffnung des St. Josefshauses noch Mitarbeitende vor allem im Bereich Pflege. Geschäftsführer Max Prümm: "Wir freuen uns, dass wir dann wieder ein großer Arbeitgeber in Elz sein werden." Bald werde mit der Personalsuche begonnen - Interessenten können sich bereits jetzt per E-Mail an bewerbung@caritas-limburg.de wenden.