
Autorin Bettina Obrecht erweckte mit den von ihr vorgetragenen Texten vielfältige Assoziationen: "Als die Welt keine Scheibe war, schillerten die Straßen. Worte, wie Insekten, in Schwärmen, vereinzelt, plump die einen, anmutig die anderen, taumelten, schwirrten, ballten sich und landeten auf Blüten oder überreifen Früchten." Bei der Veranstaltung, zu der der Caritasverband für den Bezirk Limburg eingeladen hatte, wurde sie von fünf Musikern begleitet, darunter der Pianist und künstlerische Leiter der Veranstaltung, Matthias Frey.
Ramesh Shotham und Rageed William im Zusammenspiel.Foto: V. Klum
Zu Beginn des Konzerts ließ er das leise Zupfen an den Saiten seines präparierten Flügels hören und entlockte anschließend den Tasten seines Instruments klangvolle Melodien. Dazu setzte Ramesh Shotham mit rhythmischer Perkussion ein und Rageed William mit der Duduk, einem traditionellen, armenischen Holzblasinstrument. Im Zusammenspiel mit Christopher Herrmanns Cello und Werner Cees elektroakustischen Klängen entstand im Kirchenraum eine ganz eigene Klangwelt, die die 120 Besucher in ihren Bann zog. In der Kapelle, die der Kirche angeschlossen ist, konnten sie vor dem Konzert bereits Projektionen der von Werner Cee fotografierten Naturbilder erleben. Die Veranstaltung zugunsten der Caritas-Wohnungslosenhilfe erbrachte mehr als 500 Euro an Spenden.
Caritas-Vorsitzender Pfarrer Andreas Fuchs dankte am Ende der Veranstaltung den Künstlern für ihre Darbietung und forderte das Publikum dazu auf, es ihm gleich zu tun: Einfach mal die Schuhe auszuziehen, um die Fragilität der Welt zu erfahren. "Eure Musik und eure Texte sind die wunderschöne Einladung, das Pfingstfest genau so zu verbringen." Bewusst die Welt in all ihrer Verletzlichkeit und Schönheit zu spüren und dabei die Begegnung mit den Menschen nicht auszulassen. Und darüber hinaus - dabei hielt Pfarrer Fuchs seine Schuhe und das Smartphone in die Höhe - "die perfekte Einladung, diese eine Scheibe beiseite zu legen!"