Katja Adler (5. v. re.) und Alexander Müller (5. v. li.) informierten sich beim Beratungsteam der Caritas zum Thema Migration und kamen mit Sachbereichsleitung Stephanie Schnorr (li.), Abteilungsleiter Frank Mach (2. v. li.) und Caritas-Geschäftsführer Max Prümm (re.) ins Gespräch.Foto: V. Klum
Die Angebote der Caritas für Zuwanderer und Flüchtlinge sind vielfältig und wichtig. Die Migrationsberatung für Erwachsene und der Jugendmigrationsdienst bieten Unterstützung bei Problemen mit Anträgen und Behörden, bei Fragen zum Aufenthaltsstatus, zum Schulsystem oder zur Ausbildung und helfen bei der Existenzsicherung und der Integration. Um aufzuzeigen, welche Bedeutung die Dienste für ein gelungenes Ankommen in Deutschland haben und wie fatal sich eine Mittelkürzung in diesem Bereich auswirken würde, hatte der Caritasverband für den Bezirk Limburg die Bundestagsabgeordneten Alexander Müller und Katja Adler (beide FDP) ins Caritashaus in Limburg eingeladen.
Auf einer Tour durch das Haus bestand für sie die Möglichkeit, den Weg des Ankommens in Deutschland nachzuerleben: Von der Asylverfahrensberatung für Flüchtlinge über den Jugendmigrationsdienst für junge Menschen bis 27 Jahre bis hin zur Migrationsberatung für Erwachsene, die für Zuwanderer mit Aufenthaltsstatus zuständig ist. Die Beraterinnen und Berater informierten die Besucher darüber, wer und wie viele Menschen sich an den jeweiligen Dienst wenden und worin die größten Herausforderungen liegen. So bestehen bei vielen Ratsuchenden Flucht- und Kriegstraumata und eine große Sorge um die im Herkunftsland zurückgebliebenen Angehörigen. Hier in Deutschland erwarten die Menschen oftmals lange Asylverfahren, prekäre Lebensverhältnisse und hohe Sprachbarrieren.
Die Beratungsdienste geben hier eine Orientierung, vermitteln im Kontakt mit Behörden und Institutionen und unterstützen bei Familienproblemen oder der sozialen Sicherung. In der Corona-Pandemie haben die Beratungsdienste der Caritas einmal mehr gezeigt, welche Bedeutung sie vor Ort einnehmen. Die pandemiebedingten Einschränkungen führten zwar nicht zur Schließung der Beratungsstellen, haben aber die Beratung organisatorisch stark erschwert. Es wurden verschiedene Medien eingesetzt, um die eingeschränkte Präsenzberatung zu kompensieren, zum Beispiel durch Telefon-, Video- und Online- Beratung. Seit einiger Zeit steigen sowohl Zuwanderungszahlen als auch der Beratungsbedarf wieder beständig an, nicht zuletzt durch den Krieg in der Ukraine. Im laufenden Jahr wurden bereits mehr als 1000 Beratungen durchgeführt, was für das bestehende Team eine extrem hohe Arbeitsbelastung bedeutet.
Im Gespräch mit den Mitarbeitenden der Caritas wurde deutlich, dass die Zusammenarbeit und der Austausch zum Beispiel mit dem Sozialamt oder Jobcenter im Landkreis Limburg-Weilburg gut funktioniert. Abteilungsleiter Frank Mach: "Es besteht eine gute Kooperationskultur und wir versuchen, sie im Sinne der Menschen zu gestalten und voran zu bringen." Auf die Frage von Alexander Müller nach der Finanzierung der Angebote erklärte Caritas-Geschäftsführer Max Prümm: "Wir sind ein komplexer Träger, da wir sehr vielfältig aufgestellt sind. Unsere Mitarbeiter haben in vielen Bereichen ein Expertenwissen, das im öffentlichen Sektor in dieser Tiefe selten vorzufinden ist." Dennoch erhielten die Beratungsstellen keine Landesmittel und würden nur zum Teil über Bundesmittel finanziert. Ein weiterer Teil komme über Kirchensteuermittel und Eigenmittel. Damit für diese wichtige Arbeit die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen, ist es unabdingbar, die Mittel durch die Bundesregierung auch für 2023 und darüber hinaus zu verstetigen, da die Caritas dem hohen Beratungsbedarf nur so nachhaltig gerecht werden könne.
Mehr Infos des Deutschen Caritasverbandes zu diesem Thema finden Sie hier.