Maximilian Hanke, Simone Horn, Claudia von Mrotzek und Michael Friedrich helfen bei (drohendem) Wohnungsverlust.Foto: V. Klum
Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es beim Caritasverband für den Bezirk Limburg e.V. ein präventives Projekt, das begleitende und aufsuchende Hilfen bietet: "Solidarität mit obdachlosen Menschen (SOL)". Es richtet sich an besonders benachteiligte sowie an wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen und deren Kinder unter 18 Jahren. Menschen aus dem Landkreis Limburg-Weilburg erfahren Unterstützung, wenn sie beispielsweise eine Eigenbedarfskündigung erhalten und plötzlich von Wohnungslosigkeit bedroht sind, obwohl sie zuvor ein normales Leben geführt haben. Aber auch familiäre Probleme wie Trennungen oder Schwierigkeiten mit Angehörigen können dazu führen, dass man die Wohnung verliert.
Wer betroffen ist oder einen Wohnungsverlust befürchtet, kann sich an das "SOL"-Team wenden: Dazu gehören Projektkoordinator Michael Friedrich, Verwaltungsfachkraft Claudia von Mrozek sowie in der Beratung Sozialarbeiterin Simone Horn und - ganz neu seit 1. Februar - Maximilian Hanke. Hanke hat seinen Abschluss in Sozialer Arbeit 2024 gemacht. Er hatte sich auf die Stelle beworben, "weil ich Interesse an gesellschaftlichen Strukturen habe und Menschen unterstützen möchte, die sich in prekären Lebenssituationen befinden." Die Hilfe erfolge immer unter dem Prinzip der "Hilfe zur Selbsthilfe" - Maximilian Hanke findet es wichtig, dass die Klienten sich selbst mit einbringen und ihre persönlichen Ressourcen wiedererlangen.
Zu den Aufgaben des "SOL"-Teams gehört unter anderem die sogenannte "Verweisberatung", bei der die Klienten an die jeweils passenden Beratungsdienste, Ämter oder Behörden weiterverwiesen werden. "Limburg ist gut aufgestellt, aber die Leute erreichen die Hilfsangebote oft nicht. Wir nehmen sie an die Hand und ebnen den Weg, damit der Übergang gelingt", so Michael Friedrich. Die Klienten sind dankbar, dass ihnen jemand zuhört und ihre Sorgen ernst nimmt.
Ein zentraler Punkt ist die gute Vernetzung mit den Gemeinden im Landkreis und deren Ordnungsämtern. "Wir möchten den Kommunen die Arbeit erleichtern", sind sich die Caritas-Mitarbeitenden einig. Bei guter Zusammenarbeit könnten individuelle Lösungen gefunden werden. Auch mit dem Sozialamt und Jobcenter seien die Caritas-Mitarbeitenden in gutem Kontakt. Simone Horn: "Die Behörden wissen, wie wir arbeiten und geben uns Bescheid, wenn es eng wird. Dann können wir tätig werden. Unser Ziel ist es, Wohnungslosigkeit zu verhindern und zu beseitigen."
Wer Hilfe benötigt, kann in Limburg in die Beratungsstelle für Wohnungsnotfälle im Heppelstift (Diezer Str. 65, Tel. 06431/2005-731 / -732) kommen. Die Beratung ist kostenfrei und unabhängig von Geschlecht, Alter, Bildungsstand, Religion oder Ethnie - auf Wunsch auch anonym.
Das Projekt "SOL" wird im Rahmen des Programms "EhAP Plus - Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten Personen" durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert. Bei der Umsetzung wird die Caritas von der Stadt Limburg, dem Landkreis Lim-burg Weilburg und der Caritas-Gemeinschaftsstiftung im Bistum Limburg unterstützt.